Seit früher Jugend durfte ich meinen Vater Rodolfo auf seinen Geschäftsreisen nach Italien begleiten. Als Importeur italienischer Weine besuchte er gerne die bereits bestehenden Lieferanten, die im Laufe der Jahre zu seinen Freunden wurden. Mein Papa bewahrte sich aber seine Neugier und schaffte es immer wieder, auch neue Produzenten aus damals noch unterbewerteten Regionen Italiens davon zu überzeugen, ihm die Exklusivrechte für den Verkauf in der Schweiz zu überlassen. Ich durfte dabei nicht nur die vielen Facetten von «bella Italia» entdecken, sondern lernte auch, wie man Verhandlungen geschickt und erfolgreich führt.
article image




Während meines Studiums an der HSG (heute: Universität) St. Gallen erhielt ich ein Stipendium für einen Lehrgang an der Uni von Perugia. Meine Freizeit nutzte ich vor allem, um die nahegelegene Toscana kennenzulernen, in die ich mich blitzschnell verliebte. Schon damals reifte in mir der Gedanke: Hier will ich eines Tages als Weinbauer den Boden bearbeiten.

1985 kam die ersehnte Gelegenheit: 2,5 ha eines Weinguts in der Gemeinde Montepulciano standen zum Verkauf. Ein Traum wurde wahr – trotz verfallener Mauern und verwilderten Rebzeilen. Dank eines fachkundigen und motivierten Teams vor Ort, das meine Leidenschaft und Beharrlichkeit stets mittrug, hat sich die Tenuta Vallocaia zu einem Juwel entwickelt, (m)einem «piccolo paradiso».