Die Rebstöcke in Spanien geniessen die vielen SonnenstundenDie Rebstöcke in Spanien geniessen die vielen Sonnenstunden

Spanien von seiner schönsten Seite

Katalonien

Die Rebstöcke in Katalonien geniessen die vielen SonnenstundenDie Rebstöcke in Katalonien geniessen die vielen Sonnenstunden

Katalonien wies dem spanischen Weinbau den Weg in die Modernität.


Priorat

Schönes Sonnenlicht über den Rebbergen im PrioratSchönes Sonnenlicht über den Rebbergen im Priorat

Das Priorat macht es Winzern nicht einfach. Doch ihr Fleiss wird belohnt.


Rías Baixas

Reben angrenzend an den Atlantik in der Region Rías BaixasReben angrenzend an den Atlantik in der Region Rías Baixas

In Galicien entstehen Spitzentropfen, frisch wie der nahe gelegene Atlantik.


Ribera del Duero

Die Reben schlängeln sich entlang des Flusses im Ribero del DueroDie Reben schlängeln sich entlang des Flusses im Ribero del Duero

Das ehemalige Niemandsland Spaniens mauserte sich zur Spitzenweinregion.


Rioja

Herbststimmung in der Region RiojaHerbststimmung in der Region Rioja

Keine andere spanische Region weist eine vergleichbare Tradition wie die Rioja auf.


Rueda

Weitläufige Reben im Rueda GebietWeitläufige Reben im Rueda Gebiet

In der spanischen Weinregion glänzt die autochthone Verdejo-Traube mit hocharomatischen Tropfen.


Toro

Trockene Reblagen in der Region ToroTrockene Reblagen in der Region Toro

Der Tempranillo ist der unangefochtene Star: Er beansprucht satte 85 % der Rebfläche.

Vom den Gipfeln des Priorat über das grüne Galicien bis zum feurigen Andalusien – Spaniens Weinlandschaft birgt eine überraschende Vielfalt.

Spanien blickt auf eine wechselhafte Weingeschichte zurück. Zwar hat der Rebbau hier mehr als 3000 Jahre Tradition, doch erlitt er mehrere grosse Unterbrechungen. Um 1100 vor Christus pflanzten die Phönizier erste Reben in Andalusien, im heutigen Sherry-Gebiet. Auf die Phönizier folgten die Karthager und die Römer. Sie alle wussten den Rebensaft sehr zu schätzen. 711 eroberten dann die Mauren die Iberische Halbinsel. Sie blieben fast 800 Jahre lang. Zum Glück waren die Araber recht tolerant gegenüber der spanischen Lebensweise und christlichen Religion. Sie pflegten eine Politik der «Convivencia», des Zusammenlebens mit der lokalen Bevölkerung. Offiziell war der Verkauf von Wein zu jener Zeit verboten. Doch kam der Weinbau niemals völlig zum Erliegen. Es heisst sogar, die Kalifen hätten Geschmack an diesem Getränk gefunden.

Goldenes Zeitalter

Mit dem Fall von Granada 1492 endete die maurische Herrschaft über Iberien. Der Weinbau und -handel kam wieder in Schwung. Zusätzlichen Wind bekam er durch die Tatsache, dass Spanien mit Kolumbus’ Entdeckung von Amerika – und den so entstandenen Kolonien – plötzlich über ungeahnte Handelswege und Exportmärkte verfügte. Gleichzeitig entdeckten die Engländer ihren Geschmack für Sherry. Der spanische Wein florierte, und im 17. und 18. Jahrhundert war er gefragt wie nie zuvor.

Bordelaiser Know-how

Das 19. Jahrhundert brachte die Reblaus nach Europa, unter der Spanien jedoch weniger litt als andere Länder. Während der Schädling ab 1863 in Frankreich wütete, tauchte er erst 1878 in Málaga auf. Und auch dann verbreitete er sich aufgrund der grossen Entfernungen der spanischen Weingebiete nur langsam. Als er die Rioja erreichte, kannte man bereits das Gegenmittel: das Pfropfen europäischer Edelreiser auf resistente amerikanische Wurzelunterlagen. Gleichzeitig kamen Weinmacher aus dem nahen Bordeaux mit der Hoffnung auf eine neue Existenz nach Spanien. So fand der Bordelaiser Rotweinstil – basierend auf Maischegärung und Barrique-Ausbau – seinen Weg in die Rioja. Mit einer Ausnahme: Aufgrund ihrer etablierten Handelsrouten zogen die Spanier Fässer aus amerikanischer Eiche den französischen vor.

Einen herben Rückschlag erlitt die spanische Weinwirtschaft im 20. Jahrhundert. Der spanische Bürgerkrieg und die darauffolgende Diktatur lähmten die Ökonomie und die internationalen Beziehungen. Erst mit Francos Tod im Jahr 1975 öffnete sich Spanien wieder der Welt.

Das höchste Land der EU

Der Ruf der Rioja hatte sich damals bereits herumgesprochen. Dank dynamischer Kellereien und EU-Subventionen holten bald andere Gebiete auf. Heute besitzt Spanien mit mehr als einer Million Hektar die grösste Rebfläche der Welt. Puncto Menge steht es an dritter Stelle hinter Italien und Frankreich. Mit seinen Gebirgen und Hochebenen ist Spanien übrigens das höchste Land der EU. Die Reben wachsen auf durchschnittlich 600 Metern Höhe, wo nächtliche Kühle die Hitze des Tages temperiert.

Das Land ist ungeheuer divers: Vier Sprachen werden hier gesprochen – Spanisch, Katalanisch, Galicisch und Baskisch –, und das Klima reicht vom regnerischen Galicien bis zum glutheissen Andalusien, vom Atlantik bis zum Mittelmeer. So glänzt auch Spaniens Weinlandschaft mit Vielfalt. Die Rioja und die Ribera del Duero sind bekannt für elegante Tropfen aus der Tempranillo-Traube. Entlang der Levante-Küste im Osten des Landes keltern die Winzer feurige Kreszenzen aus Monastrell, und in der rauen Bergwelt des katalanischen Priorat bringen knorrige Garnacha-Stöcke Spitzenkreszenzen hervor. Knackige Weissweine entstehen im galicischen Rías Baixas aus Albariño und im kastilischen Rueda aus Verdejo. Das an Frankreich grenzende Katalonien ist die Hochburg des flaschenvergorenen Schaumweins Cava und das andalusische Jerez die Wiege des Sherrys. Im Keller eines jeden Sherry-Produzenten gibt es eine Sacristía – eine Schatzkammer mit gereiften Exemplaren, die der Weinfreund heute zunehmend kaufen kann.

Weine aus Spanien
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