Kleines Dorf im Hang in den Abruzzen, im Osten ItaliensKleines Dorf im Hang in den Abruzzen, im Osten Italiens

Wilde Natur und eigenwillige Weine

Umani Ronchi

Ausblick über die Rebberge von Umani Ronchi in den AbruzzenAusblick über die Rebberge von Umani Ronchi in den Abruzzen

Hochwertig gekelterte Kreszenzen aus der Montepulciano- und der Pecorino-Traube.

In den Abruzzen, einem der ursprünglichsten Winkel Italiens, hat die Montepulciano-Traube ihre Heimat.

Das Winzerkonsortium der Abruzzen hat mit gutem Grund den Adler im Logo. Die mittelitalienische Region, eingerahmt von den Berggipfeln des Apennins und der Adria, gilt als wildes Land mit jungfräulicher Natur, schroffen Berglandschaften, trutzigen Gemäuern und stolzen Menschen. 30 Prozent des Territoriums sind als National- und Regionalparks geschützt. Mit etwas Glück kann man hier tatsächlich Adler beobachten, Fischottern beim Fang zusehen und sogar Bären und Wölfen begegnen.

Sturköpfige Winzer gehen ihren Weg

Weinbau wird im Anbaugebiet Abruzzen auf rund 36'000 Hektar gepflegt, vor allem in den hügeligen Gebieten des Landesinnern. Noch gehört die Weinregion nicht zu den Stars der italienischen Szene: Drei Viertel der Produktion geht auf das Konto von Genossenschaften, und über 80 Prozent der Reben werden im Pergola-System gezogen. Dieses bringt nicht immer allerbeste Ergebnisse. Doch seit circa 20 Jahren gehen einige sturköpfige Winzer ihren eigenen Weg. Aus altem Rebmaterial und dank strenger Ertragsreduktion schaffen sie es, ihren Stöcken charaktervolle Tropfen zu entlocken, welche zu den Geheimtipps des Stiefels zählen – nicht zuletzt, weil sie ein ausserordentlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen.

Geheimtipp Pecorino-Traube

Was die Rebsorten betrifft, so hat man es in den Abruzzen leicht. Zwei Trauben teilen sich – bis auf ganz wenige Flecken – das Gebiet auf. Für die Roten ist das die Sorte Montepulciano d’Abruzzo. Sie hat nichts mit dem Dorf Montepulciano in der Toskana zu tun, es handelt sich vielmehr um eine eigenständige Traube, welche bei richtiger Pflege dichte, kernige, mineralische Rotweine mit tollem Reifepotenzial ergibt. Cerasuolo heisst die saftige Rosé-Variante derselben Varietät. Die Weissweine werden aus Trebbiano d’Abruzzo gekeltert, einer recht geschmacksneutralen Traube, die sich in der Regel nicht durch Spitzengewächse profiliert. Im Auge behalten sollte man die alte Sorte Pecorino. Ihren Namen verdankt sie angeblich dem Umstand, dass sich früher die Schafe – auf Italienisch heisst das Schaf «pecora» – an ihren Trauben erfreuten. Die Varietät wird heute wieder vermehrt angepflanzt und ergibt einen stoffigen, herben Weissen mit viel Substanz.

Natur pur auch in der Küche

Auch in Sachen Kulinarik bieten die Abruzzen einige ausgefallene Spezialitäten. So etwa den Safran aus der Navelli-Hochebene oder den roten Knoblauch, der rund um die Stadt Sulmona wächst. Seine Farbe verdankt er dem hohen Anteil an ätherischen Ölen – sie geben ihm nicht nur ein fantastisches Aroma, sondern weisen laut Volksmund auch allerlei heilende Kräfte auf. Pikante LammgerichtePilze und Trüffel aus den weitläufigen Wäldern, BienenhonigSchaf- und Ziegenkäse, sie alle sind Teil des gastronomischen Erbes dieser eigenwilligen Region. Wie im benachbarten Molise hat man hier die Herstellung von Pasta alla chitarra perfektioniert, einer rustikalen Teigwarenvariante, welche Spaghetti oder Maccheroni mit quadratischem Profil hervorbringt. Übrigens kommen aus den Abruzzen die besten Zuckerbäcker ganz Italiens! Als Digestif schliesslich gönnen sich die Einheimischen gerne einen Centerbe, einen Schnaps, der so stark ist, dass er Tote erwecken soll. Sein Aroma und seinen Namen verdankt er, so sagt man, hundert Kräutern.

docg-Gebiete in den Abruzzen

Montepulciano d’Abruzzo Colline Teramane

doc-Gebiete in den Abruzzen

Abruzzo, Cerasuolo d’Abruzzo, Controguerra, Montepulciano d’Abruzzo, Terre Tollesi, Trebbiano d’Abruzzo, Ortona, Villamagna

Wichtige Erzeuger

Masciarelli, Illuminati, Nicodemi, Umani Ronchi

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