Neue Heimat für Bordeaux-Sorten im Central Valley

Haras de Pirque

Antinoris 600 Hektar grosses Spitzengut im chilenischen Bordeaux.

Vor fast 200 Jahren brachten Franzosen ihre Trauben mit ins chilenische Valle Central.

Über solche Dimensionen kann man ihn Europa nur staunen: Chiles wichtigstes Weingebiet, das Central Valley oder Valle Central, erstreckt sich von Norden nach Süden über eine Länge von 1000 Kilometern. Im Westen wird es durch ein niedriges Küstengebirge, die Cordillera de la Costa, vom Pazifik getrennt. Im Osten bilden die imposanten Anden die Grenze zu Argentinien. Insgesamt umfasst das Anbaugebiet rund 200'000 Hektar Rebfläche. Das Klima ist vorwiegend mediterran, doch nachts strömt frische Luft aus den Anden in die Weinberge und sorgt für Abkühlung – ein ideales Terroir für europäische Edelsorten. Diese sind hier dank französischer Einwanderer schon seit 1830 heimisch.

Aus Merlot wird Carmenère

Dabei gab es eine folgenschwere Verwechslung. Unter den Trauben, die ihren Weg über den Ozean fanden, war auch die Carmenère. Einst gehörte sie zum klassischen Sortenmix von Bordeaux, fiel im dortigen Klima aber so rustikal aus, dass die Winzer sie nach und nach aus den Weinbergen eliminierten. In Chile hingegen fühlte sich die Rotweinrebe auf Anhieb wohl. Nur leider: Man hielt sie irrtümlich für Merlot! Erst 1997 fiel Rebkundlern der Fehler auf. Seitdem hat sich die Carmenère zum Aushängeschild des Landes gemausert. Im Central Valley regiert sie zusammen mit den roten Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot. Weissweine werden vorwiegend aus Sauvignon blanc und Chardonnay gekeltert.

Die besten Cabernets in Chile 

Besonders zwei Subregionen des Valle Central haben sich international einen Namen gemacht. Zum einen wäre da Maipo südlich der Hauptstadt Santiago. Nicht umsonst trägt es den Beinamen «Bordeaux von Südamerika»: Dort wachsen die besten Cabernet Sauvignons des Landes. Das zweite bekannte Teilgebiet heisst Curicó – erst in den 1970er-Jahren entdeckt und heute weltberühmt.

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