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Sauvignon Blanc verhilft Neuseeland zu Ruhm

Das Land, in dem Milch und Wein fliessen: Neuseeland mag mehr Schafweiden haben als Rebberge, mit seinem spritzigen Sauvignon Blanc hat es die Welt erobert.

  • Campo di Sasso Marlborough New Zealand

    Tenuta di Biserno

    Bisernos Sauvignon-blanc-Projekt in Neuseeland.

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  • Neuseeland ist ein spektakuläres Land. Grüne Hügel, soweit das Auge reicht, aktive Vulkane, Gletscher und Fjorde, immergrüner Regenwald – die Kontraste könnten kaum grösser sein. Kein Wunder, finden sich hier auch passende Plätzchen für den Wein. Dieser hat es auf neuseeländischem Boden gleichwohl nicht immer leicht gehabt. 1819 brachten englische Missionare die ersten Reben mit auf das Inselatoll im Südpazifik. Bald entwickelten sich auch kommerzielle Weingüter, doch die Neuseeländer, englische Einwanderer aus der Working Class, bevorzugten mehrheitlich Bier. Hinzu kam, dass Alkohol nur sehr restriktiv abgegeben werden durfte. Bis 1881 hielten Hotels das Monopol auf den Weinverkauf. Anfang des 20. Jahrhunderts schlitterte Neuseeland gar knapp an einer Prohibition vorbei. Und erst 1990 durften Supermärkte überhaupt Wein ins Sortiment aufnehmen. Bis 1999 war zudem der Sonntagsverkauf von Alkohol verboten.

    Spätes Erwachen
    Als wäre das nicht genug, fiel 1895 die Reblaus über Neuseeland her. Die Winzer trafen eine fatale Entscheidung. Im Rest der Welt pfropfte man fortan europäische Edelreiser auf amerikanische Wurzelunterlagen, an welchen sich der Schädling die Zähne ausbeisst. Die Neuseeländer hingegen pflanzten stattdessen amerikanische Hybriden – extrem widerstandsfähig, aber puncto Weinqualität ein Desaster. Im Jahr 1960 war die am weitesten verbreitete Sorte die Hybride Isabella. Die Erträge schlugen jeden Rekord, und Terroir war ein Fremdwort. Das Gros der Weinberge gruppierte sich rund um die Hauptstadt Auckland, wo zwei Drittel der Landesbevölkerung wohnten und ergo die Nachfrage am höchsten war.

    Der Durchbruch des Sauvignon Blanc
    Die Wende kam – erst langsam, dann immer rasanter – ab den 1970er Jahren. 1973 legten Mutige die ersten Rebberge in Marlborough an, einer nebeligen «Cool-Climate-»Region fernab vom wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum des Landes. 1985 kelterte das Weingut Cloudy Bay dort einen Sauvignon Blanc von Weltklasse. Und plötzlich war Neuseeland nicht länger ein weisser Fleck auf der Weltweinkarte.

    Heute nähert sich Neuseelands Rebfläche 40'000 Hektar. Marlborough, gelegen an der Spitze der Südinsel, ist die grösste und wichtigste Weinregion. Hier wachsen 90 Prozent des neuseeländischen Sauvignon Blanc. Das Markenzeichen dieses Weissweins: der «Sweet-and-sour»-Stil. Er vermählt exotische Frucht mit grün-grasigen Noten und einer spritzigen Säure und geniesst auf der ganzen Welt enorme Sympathie. Weitere Sorten, die im kühlen Klima des Anbaugebiets Marlborough gut gedeihen, sind Chardonnay, Pinot Gris und, als vielversprechender Newcomer, der Riesling.

    Trinkige Tropfen für einen relaxten Lifestyle
    Unter Neuseelands Rotweinen dominiert der Pinot Noir. Seine Hochburg liegt ebenfalls auf der Südinsel, in Central Otago, dem südlichsten Weingebiet der Welt. Wer heissblütigere Tropfen sucht, wird in Hawke’s Bay auf der Nordinsel fündig. Die halbmondförmige Bucht geniesst die meisten Sonnenstunden des Landes. Syrah, Merlot und Cabernet Sauvignon fühlen sich hier wohl.

    Generell präsentieren sich Neuseelands Tropfen herrlich frisch und trinkig. Das passt einerseits zum relaxten Lifestyle von «Down Under», hat aber noch einen anderen Grund: Die Inseln liegen so isoliert, dass jeder Import mühsam und teuer ist. So auch jener von europäischen Eichenfässern – daher werden die meisten Weine im Stahltank ausgebaut.

    Rudolf Bindella Weinbau-Weinhandel AG
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